Selbstorganisierte Teams in der Pflege

Selbstorganisierte Teams in der ambulanten Pflege

Zahlreiche Unternehmen in der Wirtschaft setzten inzwischen auf die Arbeit in agilen Teams. Das ermöglicht eine moderne Führung, abgeflachte Hierarchien und vor allem eine enorme Steigerung der Flexibilität im Umgang mit immer neuen Anforderungen, z.B. der schwankenden Auftragslage, Umgang mit gesetzlichen Vorgaben oder der Erschließung neuer Geschäftsfelder.

Die Teams in der ambulanten Pflege selbstorganisiert arbeiten zu lassen, ist kein neuer Hut. Vor einigen Jahren ist aus den Niederlanden das Buurtzorg-Modell als ganzheitliches Konzept projektiert worden. Die Umsetzung gestaltet sich jedoch eher schwierig. Die Gründe dafür sind vielfältig.

Allerdings wird seit dem auch der Gedanke immer wieder erfolgreich umgesetzt, Pflegekräfte in der ambulanten Pflege in kleinen selbstorganisierten Teams (SoT) arbeiten zu lassen. Manchmal wird unterschätzt, wie anspruchsvoll dieser Paradigmenwechsel für die Führungskräfte ist.

Dabei bringt Umsetzung von Selbstorgansierten Teams (SoT) in der Pflege bringt viel mehr Chancen als Herausforderungen mit sich. Es lohnt sich für jeden Pflegedienst, über diese Weiterentwicklung genau nachzudenken.

Warum ist SoT sinnvoll?

Es gibt zahlreiche Argumente für ein Umdenken in der ambulante Pflege:

  • Um dem Fachkräftemangel entgegenwirken
  • Um die Zufriedenheit der Mitarbeiter zu steigern (z.B. bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf)
  • Senkung des Krankenstandes
  • Höhere Zufriedenheit der Patienten und Angehörigen
  • Steigerung der Effektivität und Effizienz
  • Bessere Arbeitsbedingungen: Menschen möchten selbstbestimmt arbeiten
  • Schnelle Umsetzung von Veränderungen
  • Geringere Fehlerquote/offener Umgang mit Fehlern
  • Veränderung der bisherigen Arbeitswelt/Anforderungen an Arbeitgeber
  • Entlastung und Stärkung der Führungskräfte

Selbstorganisierte Teams in der Pflege bedeutet: Motivation durch mehr Verantwortung und Mitsprache. Der Sinn einer Arbeit mit Menschen ist hier schon inkludiert. Daher ist die Einführung dieses Modells „Selbstorganisierte Teams“ in der Pflege wirkungsvoller, lebensfreundlicherer und energetischer als alle anderen bisherigen Modelle.

Selbstorganisierte Teams in der stationären Pflege

Die Umsetzung des SoT in der ambulanten Pflege und der stationären Pflege erfolgt mit unterschiedlichen Rahmenbedingungen, anderen Aufgaben, aber auch anderen Chancen und Herausforderungen.

Im Kern geht es immer (egal ob ambulante oder stationäre Pflege) um den Abbau von Hierarchie und um mehr Verantwortung der Pflegekräfte für die eigenen Arbeitsbereiche. Dies stellt einen Paradigmenwechsel in der Pflege dar. Eine Umstellung auf diese Arbeitsweise ermöglicht den flexiblen Umgang mit zeitlichen, materiellen und personellen Ressourcen. Dieser Paradigmenwechsel führt zur unweigerlichen Aufwertung des Pflegeberufes und steigert insgesamt das Selbstvertrauen der Pflegekräfte.

Den Pflegekräften werden zusätzliche administrative Aufgaben anvertraut. Die damit verbundene Übernahme von Verantwortung führt unter Berücksichtigung einiger Bedingungen zur Stärkung des Kohärenzgefühl. Die Stärkung des Kohärenzgefühls ist ein Faktor des Modells der Salutogenese (Was erhält den Menschen gesund?). Durch die Stärkung des Kohärenzsinn werden nach wissenschaftlichen Erkenntnissen (Begründer war Aaron Antonovsky) die seelische Gesundheit gestärkt und der Umgang mit großen Herausforderungen positiv beeinflusst. Weitere Faktoren sind die individuellen inneren und äußeren Widerstandsressourcen.

Pflegekräfte gezielt stärken

Die Steigerung des Kohärenzsinn setzt sich aus drei Teilbereichen zusammen:

Verstehbarkeit der eigenen Person und der Umwelt (comprehensibility)

= Diese Handlung ist jetzt wichtig/nicht so wichtig, weil…?

Gefühl der Bedeutsamkeit und Sinnhaftigkeit (meaningfulness)

= Ich werde gebraucht. Ich trage die Verantwortung. Mir wird Vertrauen entgegengebracht. Meine Leistung wird geschätzt.

Handhabbarkeit und Bewältigbarkeit (manageability)

= Ich bin an der Entwicklung von Prozessen, der Reflexion bestehender Vorgaben und neuen Regeln und deren Gestaltung aktiv beteiligt. Ich kann diese Aufgaben selbstbestimmt erledigen und mir eigenverantwortlich Hilfe holen, wenn ich sie benötige.

Das bedeutet in der Regel, dass der Krankenstand sinkt, die bestehenden Regelungen in den Teams auf ein sinnvolles Maß reduziert werden und die Identifikation mit dem Arbeitgeber deutlich steigt.

 

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